Dienstag, 31. Juli 2007

Bali - der Osten

Ich muss zugeben, meine Beine hatten heute eindeutig die besseren Argumente auf ihrer Seite. Daher gab ich klein bei und lies mich ueberreden, ein groesseres Moped auszuborgen.

Also wieder einmal die imaginaere Lederjacke aus dem Koffer geholt und los ging die Fahrt. Diesmal soll der Osten der Insel dran glauben. Zuerst nach Semarapura, wo ein alter Koenigspalast am Programm stand.

Danach aber auf in die Natur. Mein Hoellengefaehrt raste (eigentlich cruiste) mit mir kurvige Strassen durch eine sagenhafte Landschaft (natuerlich voll mit Reisfelder) nach Sidemen. Da das Wetter fuer die Berge nicht wirklich mitspielte, entschloss ich ganz in den Osten zu fahren (Amlapura, Abang, Tulamben, Kubu). Auch sehr schoen und im Osten dann auch sehr heiss (im Osten ist es immer heiss).

Rechts das Meer (will wieder tauchen...) - links der Gunung (=Berg, wie wir ja bereits gelernt haben) Agung, mit 3142m (und das direkt vom Meeresspiegel weg) die hoechste "Erhebung" Balis (siehe Hintergrund des Bildes).

Irgendwann beschloss ich dann wieder umzudrehen, da zwar meine Beine ruhig waren, diesmal aber mein Popsch zum meckern anfing (habe heute 220km am Tacho geschafft).

Bevor ich weiterschreibe, eins vorweg:
Konnte ich in Teilen von Sumatra und in Java Dank der Muezzins nicht laenger als bis um 5oo Uhr (dann wieder bis 7oo Uhr) schlafen, so sind es hier die vielen, vielen Haehne, die bereits ab 4oo Uhr um die Wette kraehen. Ueberall stehen Bambuskaefige mit den Haehnen herum, welche - die Balis sind wettverrueckt - in den Hahnenkaempfe aufeinander losgelassen werden. Da ich gehoert habe, dass auf Bali (im Gegensatz zu Java) die Kaempfe aeusserst brutal sind und mit dem Tod eines Hahns enden, habe ich beschlossen, nicht einen Einheimischen nach einen Hahnenkampftermin zu fragen - allein schon meiner Tierliebe wegen (obwohl interessant zu sehen es sicher waere).

Nun denn - kurz bevor ich wieder Ubud samt Touristen erreicht habe, entdecke ich in einem Tempel in Sukawati ein riessiges Menschengewuehl. Irgendwas wird da gefeiert. Draussen werden tote Enten gerupft, drinnen sind Maenner und viel Geschrei. Um meine Neugier zu stillen, entschloss ich, den Tempel zu betreten. Und was war da? Ich kann wirklich nichts dafuer - ich stand auf einmal mitten drin - in einem Hahnenkampf. Die Masse tobt, es wird wild geschrien, die Geldscheine wechseln ihren Besitzer.

Und es war, wie ich gehoert habe: auesserst brutal. Den Haehnen werden zusaetzlich Klingen an die Fuesse gebunden...

Genug gesehen (heute wird sicher kein Huhn gegessen), begab ich mich dann blassweiss heimwaerts.

Bis bald,
Basti

PS: Die Ente (24h im Bananenblatt gegart) war gestern vorzueglich - und wurde hoffentlich "human" geschlachtet.

Montag, 30. Juli 2007

Ubud - Sueden und Osten

Mein Verhandlungsgeschick habe ich es zu verdanken, dass auch heute wieder ein Fahrradtour am Programm stand, da ich fuer zwei Tage Fahrradmiete einen Rabatt bekam.

Meine Beine protestierten ein wenig - also musste ein Kompromiss her. Nach langem Verhandeln einigten wir uns auf eine 18km lange Rundfahrt. Was meine Beine allerdings zu diesem Zeitpunkt nicht wussten war, dass es wieder in die Ost-West-Richtung gehen soll (voll ausgetrickst - hehe).

Zuerst ging es zum Monkey-Forest am Rande von Ubud (ich weiss, da haette ich gestern nicht so weit radeln muessen, um Affen zu sehen... - aber der Weg ist nunmal das Ziel gewesen!). War heute wesentlich groesser und schoener (inkl. schoener Schlucht)..

Danach ging es wie gesagt bergauf- selten auch bergab immer ostwaerts, wieder vorbei an schoenen Reisterassen und Tempel. Erstes Ziel war Pejeng mit zwei Tempelanlagen (in einem eine 3 m hohe 700 Jahre alte Statue - im anderen die groesste Bleitrommel der Welt - auch sehr alt, auch sehr heiss). Weiter ging es dann zu einem alten Relief mitten in den Reisterassen, dessen Sinn und Bedeutung unbekannt ist; mir wurde aber zumindest das uebliche Gebetsritual von einer alten Frau naehergebracht.

Anschliessend ging es auf zur Elefantenhoehle. Der erste richtige Ort hier in Ubud (ausser in Ubud selbst), wo viele - wirklich viele - Touristen an einem Fleck vorzufinden sind. Doch aus irgendeinem Grund bleiben sie alle nur bei der Elefantenhoehle und tun sich nicht den 10 minuetigen Marsch durch ein Tal zu einem kleinen Tempel mitten im Wald an, welcher aber auf jeden Fall sehr sehenswert ist. Naja - vielleicht wuerden dann ihre Shuttlebusse schon wieder weg sein...

Dann ging es schon wieder zurueck nach Ubud, wo ich den restlichen Nachmittag am Pool sonnend verbrachte. Und heute Abend werde ich mir wohl eine Bali-Ente leisten - freu mich schon drauf...

Bis bald,
Basti

PS: Irak dank eines Bomben-Kopfballtores Asia-Cup-Sieger (gegen Saudi-Arabien).

Sonntag, 29. Juli 2007

Ubud - Norden und Westen

Gestern stand noch Kultur am Programm. Vor der Kulisse des Ubud Palace tanzten und huepften balinesische Taenzerinnen und Taenzer alte balinesische Taenze in balinesischen Kostuemen fuer die Touristen eindrucksvoll herum. Anschliessend ging sich noch das Spiel um Platz 3 im Asia Cup aus (das war nicht geplant, als ich die Karten fuer den Tanz kaufte - ich schwoere!).

Heute? Auch auf Bali gibt es Fahrraeder...

Am Vormittag ging es nordwaerts mitten hinein (eigentlich daneben) in die wunderschoenen Reisterassen. Da die Terassen nun mal aeusserst selten alle auf der gleichen Ebene liegen, ging es staendig bergauf (na gut - ab und zu auch bergab) - auf jeden Fall relativ (mit dem kommenden) angenehm.

Zu Mittag hatte ich die Reisfelder im Norden von Ubud durch. Also entschloss ich mich, den Westen Ubuds zu erforschen.

Lasst mich einleitend die Geografie Balis erlaeutern:
1) Bali ist eine Insel - daher ist ueberall rundherum Meer. Irgendwie logisch.
2) Bali ist eine Vulkaninsel - daher sind in der Mitte Vulkane. Auch nachvollziehbar.
Da nun die Lava einst talwaerts floss, bildeten sich mehr oder weniger tiefe Schluchten - immer jeweils von den Bergen Richtung Meer. Auch die Strassen sind so ausgerichtet, dass ziemlich viele kerzengerade Strassen mehr oder weniger parallel (Nord-Sued) vom Meer Richtung Berge fuehren. Die Ost-West-Verbindungen sind dafuer beim Strassenbau etwas in Vergessenheit geraten, sodass es so gut wie keine Bruecken ueber die Schluchten gibt.


Nunja - mein Ziel (ein Affenwald) lag leider ziemlich auf gleicher Ost-West-Hoehe wie Ubud. Zuerst runter in den Sueden zur naechsten schoenen Ost-West-Verbindung, damit ich nachher wieder rauf in den Norden radeln muss? Nix da - das geht doch auch gleich. Also ging es los - immer wieder rauf und komischerweise immer weniger runter... So durchkaemte ich Tal fuer Tal. Doch ploetzlich fuehrte nichteinmal mehr eine Strasse durch das naechste Tal. Hmmm - mein Plan zeigte mir einen Fusspfad runter zu einem Fluss und auf der anderen Seite geht ein anderer Pfad wieder rauf. Komisch - eine Bruecke ist nicht eingezeichnet. Also nahm ich das Fahrrad huckepack und kletterte hinab in die Schlucht. Die Planzeichner waren ziemlich genau. Da gibt es keine Bruecke. Von einem Einheimischen eine seichte Stelle zeigen lassen und durch durch das knietiefe Wasser. Auf der anderen Seite ging es dann einfach wieder rauf - einfach? Nun ja, ich musste mit dem Fahrrad auf den Schultern jede einzelne Terasse (teilweise bis zu 1,5 m hoch) erklimmen...

Und der Lohn dieser Plagerei?
Ich habe ein drittes Bali kennengelernt. Ein Bali, wo sich keine Touristen hinverirren (ausser solche mit einem Fahrrad auf der Schulter). Die Menschen waschen und baden sich nackt in den Kanaelen der Reisfelder, das "Hello, Mister" feiert ein atemberaubendes Comeback, ueberall religioese Zeremonien und von der Landschaft brauch ich jetzt gar nicht anfangen zu schwaermen, da das Post eh schon zu lange geworden ist...

Am Ziel noch schnell den Affenwald angeschaut (Affen in einem Tempel, welcher wiederum in einem Wald steht - daher der Name), bevor es wieder zurueck ging. Diesmal allerdings fuer die Sued-bissi Ost-Nord-Variante entschieden. Und schwupps - brauchte ich komischerweise nur die halbe Zeit.

Das Fahrrad sofort gegen die Wand gelehnt (waren heute ca. 55 km) und eine kalte, erfrischende Dusche gegoennt.

Bis bald,
Basti!

Samstag, 28. Juli 2007

Ubud

Nachdem ich die letzten Tage genug Salzwasser geschluckt habe, kehrte ich also nun heute dem Meer den Ruecken zu und begab mich ins Inselinnere.

Auf geht die Reise und Ziel war diesmal Ubud, wo ich wohl oder uebel auch zum letzten mal fuer laengere Zeit meine Zelte aufschlug. Mein Quartier hier ist zwar ziemlich einfach, aber auch sehr nett. In der Regenzeit duerfte hier wohl so einiges Wasser beim Duschen und WC-Gang gespart werden - immerhin ist mein privates Badezimmer auf der Rueckseite meines Bungalows open air. Allerdings darf ich die Badehose wieder auspacken, da ich den Pool der teueren Schwester meines Guesthouses am Rande von Ubud, dort wo die Reisterassen beginnen, mitbenutzen darf.

Ubud selbst ist eine Kuenstlerstadt. Sowohl in Ubud als auch in den umliegenden Doerfer haben sich die (mehr oder weniger) namhaftesten Kuenstler von ganz Bali niedergelassen. Und genauso ist (von den Touristen abgesehen) auch der Flair dieses Dorfes. Und ueberall mal wieder Tempel, Tempel, Tempel. Selbst in meinem Guesthouse muss ich aufpassen, dass ich die Tuere zum richtigen Bungalow erwische, sonst lande ich mitten in einem Schrein.

Heute durch Ubud gebummelt und natuerlich den Pool genossen. Morgen geht es rund...

Bis bald,
Basti

Freitag, 27. Juli 2007

Manta Point

Heute den Hoehepunkt und kroenenden Abschluss meiner Tauchsafari erlebt.

Mit dem Boot ging es (sehr) frueh bei hohem Wellengang hinaus auf noch hoehere See. Nach einer Stunde (vorbei bei imposanten Felsen und Klippen) die Nachbarinsel erreicht, wo wir beim Manta-Point auch gleich ins Wasser huepften. Da wir wirklich frueh weggefahren sind, waren wir alleine - als wir aus dem Wasser wieder herauskamen, sind gerade drei weitere Boote voll mit Tauchern gekommen.

Kurz zum Manta-Point hingeschwommen - es handelt sich hierbei um einen grossen Felsen unter Wasser - und dort nichts getan, ausser eine Stunde lang gestaunt. Und das dafuer nicht schlecht.

Denn da kamen fuenf riessige Mantas daher (die beiden groessten hatten eine Fluegelspannweite von 6 und 6,5 Meter - Zahlen nicht von mir erfunden, sondern vom Diveguide!). Es waere beleidigend zu sagen, Mantas seien grosse Rochen. Nein - Mantas sind naemlich Mantas. Sie fliegen im Wasser - nein: sie schweben im Wasser herum wie uebergrosse Geister. Sie kommen zu dieser Stelle, da sie hier Ihre Morgentoilette von den Putzerfischen bekommen. Anschliessend nehmen sie dann noch ein Bad in den Luftblasen der Taucher. Dafuer schweben sie wirklich dicht (absolut dicht - bis ca. 50 cm) an einen heran. Da schweben sie knapp ueber Dich hinweg, machen eine langsame Kurve, kommen in Augenhoehe zurueck auf Dich zugeflogen und kurz bevor sie bei Dir anstossen, drehen sie mit einer sanften Bewegung wieder ab. Einfach einmalig. Ueber Dir - neben Dir - unter Dir! Man hat teilweise den Eindruck, dass sie nicht fuer uns, sondern wir fuer sie hier die Attraktion sind.

Gegen Ende des Tauchganges tauchten dann noch mehr Mantas auf. Insgesamt war es eine ganze Armee von etwa 12 Stueck (durchschnittlich ca. 4 bis 4,5 Meter breit - die beiden groessten wohlgemerkt bis zu 6,5 Meter). Wenn sie da auf Dich zuschwimmen mit ihrem Maul von ca. 50 cm breite (oder mehr) - aber keine Angst; wir stehen nicht auf ihren Speiseplan - und wahnsinnig grosser Fluegelspannweite: das kann schon was. Kein Wunder, dass mein Divelehrer letztes Jahr in Thailand als sein schoenstes Taucherlebnis in all seinen Dives ein gemeinsames Tauchen mit Mantas nannte. Auch die uebrigen Tauchkollegen, die mit mir am Board waren und mehr - viel mehr - Tauchgaenge als ich registrieren koennen, meinten, sowas haben sie noch nie gesehen.

Meine Plastikeinwegunterwasserkamera funktionierte diesmal (gestern bei Haien leider nicht, da wir auf 30 m Tiefe waren - heute bloss auf 12 m), doch habe ich sie schon bei den ersten Mantasichtungen voll-beeindruckt ausgeknippst, sodass ich keine Bilder machen konnte, als diese Kreaturen so wirklich nah an einen heranschwebten.

Alleine dieser Tauchgang war es Wert, einen Tauchschein gemacht zu haben.

Denn letzten Tauchgang dann noch einmal Stroemungstauchen gemacht ehe ich wieder am Land meine Wurzeln aufschlug. Sowohl mein Taucherherz, als auch meine Reisekasse weinten aus tiefstem Herzen, als ich mich von der Tauchbasis verabschiedete (und vorher noch zahlen musste) - es hat sich aber absolut ausgezahlt.

Jetzt wird meine Taucherbrille wieder etwas weiter unten im Rucksack eingepackt, da es morgen ins Inselinnere geht, wo ich noch balinesische Kultur schnuppern werde, bevor es dann schoen langsam heimwaerts geht.

Bis bald,
Basti!

Donnerstag, 26. Juli 2007

Sagt der eine Fisch:"Hi!"; der andere:"Wo?"...

Haha - echt lustig...

Heute ging es erneut ins Meer - wieder mit Sauerstoffflasche hinten drauf. Das Boot brachte uns zu einer kleinen Lavainsel, ca. 1 km von Bali entfernt. Und ab ins Wasser. Es ging auf 30 m hinab (ca. 12-stoeckiges Haus).

Wieder einmal viele, viele bunte Fische (Bild: Rochen) und noch viel mehr Korallen. Hier tauchten die Fische nicht nur "vereinzelt" (eigentlich heisst es: einzelnd schwimmend, da man hier wirklich nirgends ein Fleckerl Wasser ohne Fisch hat) auf, wie noch bei den letzten Tauchgaengen, sondern auch die bunten Fische bildeten hier Schwaerme. Die duerften sich hier vor etwas fuerchten. Bloss vor was?

Zu meinem entzuecken trafen wir diesmal auch eine gelbe (!) Muraene - ach wie schoen...

Beim zweiten Tauchgang ging es auf die andere Seite dieser wirklich winzigen Insel. Diesmal ging es nicht mehr nur durch kleine Durchgaenge durch, sondern gleich durch einen Tunnel. Man taucht oben rein und 10 m schraeg runter kommt man wieder raus.

Und dann das: Um die Ecke geschwommen, stehen/liegen wir ploetzlich einem ein-Meter-langem Riffhai gegenueber, der es sich unter einem Felsvorsprung bequem gemacht hat. Schnell alle Notfallmassnahmen im Kopf durchgehen; Mist - welche Blutgruppe hatte ich nochmal? Will mir nicht einfallen, daher einfach ruhig bleiben, bis er das weite suchte.

Um die naechste Ecke geschwommen und was war da? Wieder ein Riffhai! Diesmal aber kein kleiner, sondern ein richtig fetter. Durch meine Brille schaute er ca. 2,5 m lang aus - mein Diveguide hat ihn spaeter auf "nur" 1,5 m verkleinert. Aber dennoch; das hat schon was, wenn ein solcher Fisch 1, max. 2 Meter neben einem schwimmt. Diesmal aber vergass ich jegliche Notfallmassnahme und genoss einfach nur dieses Meisterwerk der Natur - es hat wirklich was zauberhaftes an sich, wenn sich diese Geschoepfe schleichend im Wasser fortbewegen... Leider duerfte dem Hai seine Blutgruppe auch nicht eingefallen sein, da er schon ziemlich bald das Weite suchte.

Der dritte Hai am Tag (wieder "nur" max. einen Meter lang) war dann schon fast fad dagegen.

Wieder aufgetaucht, verbringe ich nun den restlichen Tag relaxend am Strand. Ich muss aufpassen, dass ich hier keine Vitaminvergiftung bekomme, da die frisch (wirklich frisch) gepressten Fruchtsaefte genauso viel kosten, wie ein Cola (und Cola kostet hier max. 0,40 Euro).

Da ich beschlossen habe, einen Tag laenger zu tauchen, ich aber bei diesem Hobby auch auf meine Reisekasse schauen muss, musste ich dem Hotel samt Pool Adieu sagen. Hello Kaltwasser!

Bis bald,
Basti

PS: Osim mit seinen favorisierten Japaner ebenso im Halbfinale gescheitert wie die mitfavorisierten Suedkoreaner. Somit lautet das Finala Saudi-Arabien gegen Irak.
PPS: Von diesem Erdbeben (von dem ich gerade im Teletext gelesen habe - samt Tsunami-Warnung), war auf Bali nichts zu spueren.

Mittwoch, 25. Juli 2007

Bad Cave Temple

Heute standen wieder zwei Tauchgaenge am Programm - wieder einmal direkt vor der Haustuer. Mit dem kleinen Boot drei Buchten weiter und ab ins Wasser.

Ich brauche hier wohl die ueblichen fast schon faden farbenpraechtigen Fische in allen Groessen nicht mehr extra erwaehnen, oder?

Zu den neuen Fischen in meiner Liste gehoeren diesmal u.a. der Froschfisch (aufgrund seiner Antenne vorne im Gesicht auch Anglerfisch genannt - siehe Bild).

Auch die sogenannten Seagrass-Ghost-Pipefishes sieht man nicht alle Tage. Ehrlich gesagt haette ich sie heute auch nicht gesehen, wenn mein Divemaster mich nicht darauf aufmerksam gemacht haette, da diese den nebenan treibenden Blaettern bis ins kleinste Detail aehnlich schauen.

Am fruehen Nachmittag ging es wieder raus aus dem Wasser. Zeit genug, um sich erholen und den nahen Bat Cave Temple zu besichtigen. Wie der Name schon sagt, handelt es sich hierbei um einen Tempel, der vor einer Hoehle steht, in der es von Fledermaeusen nur so wimmelt (das sagt auf jeden Fall mein Reisefuehrer). Ich durfte leider das Allerheiligste nicht betreten, da seit einer Woche (und noch drei Tage lang) nach langer Restaurierung ein Tempelfest laeuft, wobei hunderte und hunderte Pilger mit Opfergaben aus allen Himmelsrichtungen mit ihren Opfergaben herbeieilen. Dieser Ansturm ist so gigantisch, dass sie nur Etappenweise reingelassen werden.

So - nun mache ich mich aber auf, da der Asia-Cup seinem Ende zugeht (heute sind die Halbfinalspiele - Osim mit seinen Japanern noch im Rennen).

Bis bald,
Basti

Dienstag, 24. Juli 2007

Nusa Penida

Aufgrund des extrem hohen Wellenganges ging es heute mit dem Boot zur kleinen Insel Nusa Penida etwas suedlich von Bali.

Dort ins Wasser reinhuepfen und los ging es auch schon mit dem Stroemungstauchen. Stroemungstauchen? Das stellt man sich am besten mit einem Bahnhof in 25 m Meerestiefe vor.

Zuerst ging es also runter zum Bahnhof und rein in den Zug. Es handelt sich um einen Liegewagen, also muss man sich auch flach hinlegen. Und los geht die Reise...

Man muss nichts tun - man laesst sich einfach von der Stroemung treiben. Schaut man beim rechten Fenster des Zuges raus, sieht man unendliche Weiten. Nur blau, nichts als Meer. Beim linken Fenster hingegen zieht die Landschaft vorbei - und das in einem Abstand von ca. einem Meter. Statt Baeume, Weiden und Straeucher hat man Korallen (hart und weich); anstatt grasende Kuehe und Schafe sieht man eben fressende, spielende, ... Fische - einmal mehr in allen moeglichen Formen und Farben.

Als ich gerade beim falschen Fenster rausschaute, schwamm auf der rechten Seite ein Mola Mola (siehe Bild) vorbei.

Ich musste mich auf der offenen Seite mit einer spanischen Makrele begnuegen. Dafuer wieder Loewenfische, Nasenfische, Papageienfische, usw gesehen.

Nach zwei Tauchgaengen ging es schon wieder heimwaerts. Den Nachmittag dann am "White Sand Beach" verbracht. Nomen ist mal wieder omen. Die aussergewoehnlich hohen Wellen (bis zu 3 Metern - wirklich) verhinderten ein angenehmes Schwimmen, dafuer ein umso besseres "Wellenspringen". Allerdings war der Sog so stark, dass man - wenn man nicht aufpasste - schon im knoecheltiefen Wasser aufgrund des Soges der zurueckfliessenden Wellen umflog. Bin aber wieder gut gestrandet.

Bis bald,
Basti

Montag, 23. Juli 2007

USAT Liberty

Gestern habe ich wohl mein groesstes Abenteuer hier erlebt. Ich habe - sicher vom Tiefseerausch benebelt - Fisch bestellt (gegrillten Marlin). Anscheinend war dieser Tiefseerausch besonders stark und langanhaltend, denn ich muss sagen, der war richtig gut - hat gar nicht typisch nach Fisch geschmeckt. Wer weiss, was ich mir heute bestelle...

Heute ging meine Tauchreise weiter - auf zum Schiffwrack der USAT Liberty. Einst der Stolz der amerikanischen Marine, jetzt Wohnort vieler, vieler Fische und noch mehr Korallen. Im zweiten Weltkrieg wurde das Schiff von einem Torpedo eines japanischen U-Bootes getroffen und konnte sich gerade noch ans Ufer von Bali retten. Als dann in den 60er Jahren der nahe Vulkan ausbrach, war es entgueltig aus mit diesem Wrack. Die Lava transportierte das Schiff ins offene Meer.

Naja - ganz so weit schaffte die Lava das nicht. Daher konnten wir uns vom Strand aus ihr annaehern. Mit voller Montur (inkl. Flasche und Bleigewichten) ging es ueber den groben vulkanschwarzen Kieselstrand durch hohe brechenden Wellen ins Wasser (war wirklich gar nicht so einfach).

Doch die Muehe hat sich wieder einmal ausgezahlt. Warum bin ich gestern nur so fahrlaessig mit den Superlativen umgegangen. Die braeuchte ich heute, doch befuerchte ich, dass keine mehr ueber sind.


Das ganze Schiffwrack (120m lang) ist vollbewachsen mit Korallen in diversen Formen und Farben, sodass es schwer ist, Details des Schiffes zu erkennen (konnte dennoch Kanonen usw. ausmachen). Man muss aufpassen, dass einem nicht die komischen Fische mit dieser seltsamen Nase (man kennt sie aus Schoenbrunn) gegen die Brille krachen (ca. 1m lang). Ausserdem war es ein einfaches, Nemo zu finden (ich habe ihn ca. 72x gefunden). Wieder viele, viele bunte Fische, auch viele neue, die ich hier noch nicht gesehen habe. Aber beschaemender Weise werden diese Fische schon sehr schnell alltaeglich und normal, dass man gar nicht mehr ueber die Vielfalt und Pracht staunt. Und dann auf einmal befanden wir uns mitten in einem Schwarm von Jackfischen (ca. 70cm grosse graue Fische mit riessigen Augen - angeblich lecker am Grill). Es waren hunderte von Fischen die im Kreis herumschwammen und wir eben mittendrin; da wird es richtig dunkel...

Der zweite Tauchgang ging dann an einer korallenbewachsenen Steilwand hinab. Diesmal als "neue" Fische u.a. den Lionfisch gesehen (siehe Bild).

Auch eine richtig fette Muraene ist uns ueber den Weg "gelaufen". Die war sicherlich 2 - 2,5 m lang.

Als wir wieder ausstiegen, kamen gerade die Tauchmassen (wirkliche Massen) aus den suedlicheren Touristenhochburgen - ich habe meine Tauchbasis genau richtig ausgewaehlt, um von zentraler Lage frueh genug bei den besten Divespots zu sein.

Noch 2 Runden im Pool (welches 3 Ebenen hat) gedreht und nun hungrig auf der Suche nach meinem naechsten Abenteuer...

Bis bald,
Basti

PS: Diesmal Kamera mitgenommen. Dank des Wassers sind nun alle Schmutzflecken vom Sensor gereinigt... Nee - natuerlich Bilder aus dem Internet hier reingestellt.
PPS: Da unter Wasser alles um ca. 33% groesser erscheint, tue ich mir mit Laengenangaben schwer. Meine Zahlen stammen daher von meinem Divemaster bzw. von einem schlauen Buch.

Erratum: Vom Schwefelrauch beeintraechtigt ist mir wohl der eine odere andere Fehler im "Ijen-Post" unterlaufen. Die 100 Traeger muessen "zum Glueck" nicht 14.000.000 kg Schwefelgestein zu Tale tragen. Es sind "lediglich" 14.000 Kilogramm. Auch keine kleine Summe, wenn man zudem bedenkt, dass dies taeglich geschieht.

Sonntag, 22. Juli 2007

Blue Lagoon

Mittlerweile tut es mir schon fast weh, wie boese ich noch vor zwei Tagen ueber Bali geschrieben habe. Aber so ist es nunmal - es gibt einfach zwei verschiedene Balis. Im Sueden nur Tourismus, Hotels, ... - hier etwas noerdlicher ist es viel ruhiger und man kann so richtig geniessen. Und vielleicht werde ich schon bald im Landesinneren ein drittes Bali entdecken...

Heute ging es zum eintauchen mit einem typisch balinesischem Boot (siehe Bild) mit voller Tauchausruestung zur "Blue Lagoon" (ja - das ist dort, wo ich gestern schnorcheln war. Schnorcheln - haha...).

Hinein ins Wasser. Zuerst noch in schnorcheleinsehbarer Tiefe umringt von diversen Fischen einige Uebungen um ins Tauchen wieder reinzukommen absolviert, aber dann ging es schon gleich in die Tiefe runter. Hier gibt es eine Steilwand von 40 m (wir sind nur bis 20 m gegangen), wo es noch mehr Fische in noch mehr Farben (haette gedacht, dass ich gestern sowieso schon alle Farben aufgezaehlt haette: denkste - violett, schimmernde, ...) als auf Schorchelebene gibt. Auch 3 Rochen (das sind diese flachen Fische), 2 Muraenen (eine schwarze und eine weisse - mit schwarzen Flecken), einen Oktopus (oder sowas aehnliches), einen Kugelfisch (im nicht aufgeblasenem Zustand - das kann er nur 2, 3x machen, dann war's das - aehnlich einer Biene), einen Drachenkopffisch, viele, viele Korallen, ...

Das war einfach zu unglaublich, um hier beschrieben zu werden. Auch wollte ich den Versuch nicht wagen, meine Digitalkamera mit unter Wasser zu nehmen. Daher gibt es leider auch keine Photos (habe nur eine billige Einwegunterwasserkamera mit). Dafuer habe ich die Bilder von gestern online gestellt.

Nach zwei Tauchgaengen konnte ich den Nachmittag einmal mehr relaxend verbringen. Das geht hier ueberraschenderweise ausgesprochen gut.

Die Leute hier sind aeusserst religioes. Stellen mehrmals am Tag frische Opferschalen mit Reis, Fruechten und Weihrauch ueberall (wirklich ueberall) hin. Bei jedem Tempel wird gebetet und hier gibt es fast mehr Tempel als Haeuser und sowieso mehr Schreine als Haeuser (da ja jedes Haus zumindest einen Schrein besitzt).

Und am Abend - wer weiss - werde ich mir vielleicht - von den Fischen angeregt - einen guten(?) frischen Fisch goennen...

Bis bald,
Basti!

Samstag, 21. Juli 2007

BALI - die zweite Chance

Bali hat seine zweite Chance wirklich ernst genommen und sich wahrlich angestrengt. Und ich muss sagen, es ist dieser Insel mehr als geglueckt.

Heute ging es nicht wesentlich weit nordostwaerts nach Padangbai, ein kleines Fischerdorf, wo zwar auch der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle darstellt, es aber doch sehr, sehr ueberschaubar ist. Wohne hier in einem super Hotel mit Badewanne, Pool, ... Bali hat also wieder alles gut gemacht.

Keine grossen Anlagen, sondern kleine Guesthouses; ueberall stehen Tempelanlagen herum; jedes Haus hat mindestens einen Schrein fuer Goetter, Geister und Ahnen; ueberall (Gehsteig, Fenster, ...) sind Opfergaben (Reis, Weihrauch, ... in kleinen Bambusschalen) fuer die Goetter. Ja - DAS ist Bali!

Schnell Flossen besorgt (Taucherbrille habe ich die ganze Zeit mit mir herumgeschleppt) und nach 2 Minuten wandern die kleine Bucht "Blue Lagoon" erreicht - feinster Sandstrand, nicht breiter als 100m; links und rechts hohe, schwarze, Vulkanfelsen - dazwischen das tuerkisblaue Meer.

Und rein ins Wasser! Jetzt weiss ich, warum ich diese Tauchbrillenschlepperei auf mich genommen habe. Nach nur zwei Flossentempi (wirklich nicht mehr) beginnt eine riessige Korallenbank, nur einen Meter unter Dir. Man muss aufpassen, dass man nicht mit den Knien ankommt. Und das schoenste: ueberall Fische; in allen Farben: gruen, schwarz, weiss, blau, rot, gelb, orange, rotblau, weissschwarz und die schoensten natuerlich: blaugelb (wirklich); gestreift, gefleckt, einfaerbig; Papageienfische, Nasenfische, Stabfische... Habe in den ersten zwei Minuten wahrscheinlich mehr verschiedene Fischarten entdeckt, als das Haus des Meeres Platz dafuer haette.

Desto weiter man rausschwimmt, desto tiefer wurde es (nona) und voller Neid beobachtete ich die Taucher, die da unten herumtauchen duerfen. Doch ehrlich gesagt: der Neid hielt sich wirklich in Grenzen. Immerhin weiss ich ganz genau, dass morgen irgendwer da oben schnorcheln wird und ebenfalls mit vollem Neid auf mich herabblicken wird. Ja - morgen geht es auch fuer mich los in diese wunderbare Dimension...

Den ganzen Tag wieder am absolut nicht ueberlaufenen Strand verbracht. Eigentlich habe ich die meiste Zeit schnorchelnd im Wasser verbracht (daher auch am Ruecken eine bessere Farbe als vorne).

Ja - so stelle ich mir einen Relaxurlaub vor...

Bis bald,
Basti!

PS: Kann hier keinen USB-Anschluss finden - daher kommen Bilder mal wieder verspaetet!

Freitag, 20. Juli 2007

Ijen

Schon die letzten beiden Posts gelesen?

Nun ja - geschlafen wir hier wohl nicht. Denn gestern ging es erneut um 4oo Uhr los. Und das, obwohl das Tagesprogramm nicht "Sonnenaufgang" hiess, sondern die Besteigung des Ijen-Kraters (2368m). Nach einem sehr steilen Fusspfad erreichten wir fuenf den Kraterrand, wo uns ein wirklich atemberaubender Blick in den Krater empfing. Im Krater befindet sich der truegend schoene tuerkisblaugruener (keine Ahnung, was fuer eine Farbe das war) Kratersee; der groesste Schwefelsee der Welt (Backgroundinfo stammt von 2 jungen Vulkanologen, die uns beim Abstieg entgegenkamen). Truegerisch schoen deshalb, da der See hoechst giftig ist. Es gibt hier kein Lebn.

Dennoch wird am Seeufer Schwefelgestein mit blosser Hand abgebaut und von Maennern in Lumpen ohne jeglichem Schutz aus dem Krater geschleppt (geklettert) und dann ins Tal getragen (kein Aute, kein Pferd, ....

Die vier Franzosen und ich bildeten eine Schaft. Eine Schaft? Klar - eine Seilschaft ohne Seil halt. Denn auch wir wollten runter in den Krater und der Weg war hier kein Weg mehr, sondern wirklich ein Kletterpfad; teilweise mitten in der Wand, teilweise ueber steilen rutschigen Schotter. Trotz schwerem Atemschutz (nasses Tuch vor Mund und Nase) mussten wir alle fuenf Minuten eine Pause einlegen und die Augen schliessen, da sich der Wind immer wieder drehte und uns mit aetzendem Schwefelrauch einnebelte. (Bild: Preisfrage: Wieviele Traeger befinden sich in der Wand?)

Einige Zahlen
14.000 Kilo Schwefelgestein werden taeglich abegtragen und ins Tal getragen
75 Kilo Gestein traegt ein Traeger jedesmal zuerst den steilen Krater empor, dann ins Tal runter (ich konnte so eine Tasche nicht einmal anheben)
50 Prozent des Wassers des Sees ist reines Schwefelwasser, der Rest ist Regenwasser
15 Jahre seines Lebens verliert ein Traeger aufgrund der giftigen Gase
15 Minuten kann man im See baden, bis der Schwefel die Haut vollkommen weggeaetzt hat
2 mal taeglich macht ein Traeger seine Tour
0,38 Cent (umgerechnet) erhaelt ein Traeger fuer jedes Kilo Gestein

Beeindruckt und betroffen ging unsere Tour dem Ende entgegen. Mit der Faehre setzten wir ueber nach, ja - nach Bali! Dort trennten sich unsere Wege, da meine Reiseplanung es so wollte, dass ich in den Sueden musste, die Franzosen blieben im Norden.

Und ich kann Euch schon jetzt sagen: die Einwohner Balis sind nicht groesser als jene Sumatras oder Javas... Nach vier quallvollen Stunden erreichte ich Sanur, eine Hotelhochburg im Sueden Balis. Hier hoere ich eher anstatt eines freundichen "Hello Mister!" ein "Hello Money!".

Heute habe ich den ganzen Tag hier am Strand liegend nichtstuend verbracht. Obwohl es hier von riessigen Hotelressorts nur so wimmelt, war ich fast alleine am Meer. Vielleicht liegt es daran, dass die Touristen die grossen Suesswasserpools bevorzugen. Jedenfalls habe ich den ganzen Tag so richtig nichts gemacht - herrlich.

Bali bekommt von mir eine zweite Chance. Morgen geht es bissi nordwaerts, wo ich mein heutiges Programm fortsetzten werde. Achja - richtig anstrengend...

Bis bald,
Basti

Donnerstag, 19. Juli 2007

Gunung Bromo

Schon das letzte Post gelesen?

Die Nacht war wirklich auesserst kurz. Vielleicht mag es daran gelegen haben, dass der erste Programmpunkt meiner Tour "Mount Bromo Sunrise" hiess.

Nun ja; um 4oo Uhr ging aus auf jeden Fall los auf den Gunung (=Berg) Penanjakam, immerhin 2770 Meter hoch und dementsprechend kalt. Viele, viele Toursiten, welche ein Abenteuer neben ihrem Pauschalurlaub auf Bali suchen, oder aber auch einfach auf dem Weg von Jakarta nach Bali hier vorbeikommen, versammelten sich am Aussichtspunkt. Von dort sollte man einen guten Blick auf den kleineren Vulkan Bromo haben. Konnte ich wieder nicht beurteilen, da eine dicke Wolkendecke bei Sonnenaufgang jeglichen Blick auf Bromo verhinderte. Dafuer war der etwas weiter entfernte Vulkan Gunung Semerd schoen zu sehen (inkl. zwei kleinen Eruptionen).

Anschliessend ging es weiter zum Mount Bromo itself, welcher ueber 253 Stufen selbst fuer beschlapfte Bali-Touristen leicht zu erklimmen ist. Oben angekommen machte ich es wenigen anderen Touristen gleich und ging am Kraterrand entlang. Nach einiger Zeit kehrte allerdings auch ich um, da der Weg nur noch fussbreit war (links und rechts steil bergab) und die giftigen Schwefelgase aus dem Krater das Atmen auch nicht gerade erleichterten.

Danach trennte sich das Spreu vom Weizen. Dem Grossteil der Touristen war Bromo genug und brachen nach Bali auf. Nicht so Valentine, Philippe und ich. Gemeinsam mit zwei weiteren (nona) Franzosen ging es auf ins naechste Gebirge - auf Ijen-Plateau, dessen Hauptmerkmal riessige Kaffeeplantagen sind (angeblich der beste Kaffee - den gibt es allerdings nur fuer den Export, was ich bei den bisher getrunkenen Kaffees nur bestaetigen kann).

Abends dann noch auf eigene Faust die Kaffeefabrik und einen (Dank der Vulkane) heissen Wasserfall (in dessen Wasser wir uns dann im Guesthouse-eigenen Pool wir uns bei tiefen Temperaturen erholten) erkundet.

Mittwoch, 18. Juli 2007

Ngadisari


Wieder Internet!

Wer eine Reise macht, der etwas erzaehlen. Daher fange ich auch gleich wieder damit an:

Seit drei Tagen ging es von Solo nur noch ostwaerts. Da meine naechsten beiden Ziele mit oeffentlichen Verkehrsmittel wirklich nur auesserst schwer zu erreichen waren, entschied ich mich zu einer (wortwoertlich) mehr oder weniger organisierten Tour (der Nebeneffekt, dass der Transport in klimatisierten Minibussen samt Beinfreiheit stattfand war wirklich nicht ausschlaggebend fuer die Tour, aber dennoch sehr angenehm).

Ab Solo waren komischerweise nur noch franzoesische Touristen anzutreffen (selbst die Franzosen wussten nicht, warum das so war). Sogar die Schweizer kamen aus dem franzoesischen Teil. Und ja - Hollaender waren auch vertreten (die sind hier ueberall). So war es kein Zufall, dass ich meinen Minibus mit sechs Franzosen teilte. Darunter auch Valentine und Philippe (zwei Jungaerzte), mit denen ich die naechsten Tage unterwegs war. Fuer Franzosen unueblich, konnten sie Englisch sprechen und taten dies zum Glueck auch.

Der Minibus war so ziemlich das modernste, indem ich seit laengerer Zeit gessesen bin (und ja - ich bin in letzter Zeit auf geflogen...). Dennoch nach drei Stunden Fahrt ein Knaller - der Auspuff ist unten. Schnell ein Stueck Draht neben der Strasse gefunden (beim hiessigen Umweltbewusstsein ja nicht besonders schwer), Auspuff wieder aufgehaengt und weiter ging die Reise.

Allerdings dauerte es nicht lang, bis wieder ein Knaller wahrzunehmen war. Wieder der Auspuff? Waere fad - also war diesmal das rechte Hinterrad dran. Nachdem der Schlauch bei offener Flamme geflickt und vulkanisiert wurde (hatte gleich drei Loecher), erreichten wir nach geplanten acht Stunden schlussendlich nach 12 Stunden um 23oo Ngadisari.

Wenn Ihr zur Zeit Abkuehlung braucht, dann kommt nach Indonesien. Da der Ort auf ca. 2000 Metern liegt, war es dort dementsprechend kalt (ca. 10C). Unter dicken Decken eingehuellt, verbrachten wir eine auesserst kurze Nacht.

Montag, 16. Juli 2007

Gedung Songo Tempel - Solo

Schon die letzten beiden Posts gelesen?

Nun ja - lange schlafen kann ich hier vorerst nicht. Wieder um sechs Uhr auf, um gleich einmal hinauf zu den Gedung Songo Tempel zu gelangen. Von dort soll man einen der besten Views ueber Java haben. Kann ich nicht beurteilen - dicke Nebelwaende verhinderten jegliche Fern- und aber auch Nahsicht. Dafuer hatte es etwas auesserst mysthisches an sich, die Tempel im Nebel zu betrachten.

Wieder in Bandungan zurueck ging die Reise auch schon wieder weiter. Nach zweimaligem Umsteigen dann ziemlich rasch in Solo angekommen. Eine nette kleine Stadt (quasi die Tochterstadt von Joja, aber ohne bzw. viel weniger Touristen - ist auch ein Sultanat). Von hier plane ich nun meine weitere Reise. Vielleicht geht es schon morgen weiter...

Bis vielleicht bald,
Basti

Sonntag, 15. Juli 2007

Dieng Plateau

Schon das letzte Post gelesen?

Gestern - noch im Fruehaufstehrythmus drinnen - ging es in Herrgottsfruehe hinauf auf 2093 m. Wieder durch eine herrliche Landschaft. Oben am Dieng-Plateau angekommen, begann die kleine Wanderunger; zuerst zum See der tausend Farben (ich konnte - mit etwas Phantasie - gerade mal 3 Farben ausmachen, dennoch sehr schoen) und dass der See daneben als "Schwarzer See" bekannt ist, ist einleuchtender. Es befanden sich keine Touristen um diese Uhrzeit am Plateau. Bis auf - tja so will es nun mal der Zufall - einer jungen innsbrucker und einer jungen wiener Medizinstudentin, die gerade in Joja pharmazieren (obwohl die Aerzte sehr gut ausgebildet sind, sind die Krankenhaeuser sehr veraltert und Schmerzmittel sind hier noch ein Fremdwort - werde also doppelte Sorgfalt walten lassen). Die beiden begleiteten mich einen Teil meines Weges. Naja - eigentlich begleitete ich sie; immerhin hatten sie einen Guide an ihrer Seite.

Dann trennten sich wieder unsere Wege und fuer mich ging es auf zu einem Schwefelsee; schwarzes, kochendheisses, blubberndes Wasser; grosse Schwefelrauchwolke steigt empor. Und es stinkt...

Abschliessend noch drei Tempelruinen besucht bis es wieder nach Wonosobo zurueck ging. Verwoehnt von der gestrigen Fahrt, gleich hinein in einen public bus. Tja - die Hoffnung, dass die Javanesen groesser und dicker seien, als die Einwohner Sumatras und daher auch groessere Busse haben, zerplatzte ziemlich schnell. Wieder eng aneinander gepfercht ging es im bummvollen Bus auf nach Bandungan (auch wieder 980 m hoch). Allerdings riecht es in den Bussen "angenehmer", da die Javaner besondere Nelkenzigaretten bevorzugen (suesslicher Duft).

Dieser Ort hat nun wirklich schon seit laengerer Zeit keinen Weissen mehr gesehen. Es kommt mir vor, als waere ich die Ortssensation (Artisten, Tiere, Attraktionen, ...). Dafuer Quartier mit Warmwasser billig bekommen. Was will man mehr (auch wenn es nur ein Mandi hat - indonesische Dusche: man steht vor einem Becken mit Leitungswasser und hat einen Eimer, den man sich rueberschuetten muss ...).