Sonntag, 29. Juli 2007

Ubud - Norden und Westen

Gestern stand noch Kultur am Programm. Vor der Kulisse des Ubud Palace tanzten und huepften balinesische Taenzerinnen und Taenzer alte balinesische Taenze in balinesischen Kostuemen fuer die Touristen eindrucksvoll herum. Anschliessend ging sich noch das Spiel um Platz 3 im Asia Cup aus (das war nicht geplant, als ich die Karten fuer den Tanz kaufte - ich schwoere!).

Heute? Auch auf Bali gibt es Fahrraeder...

Am Vormittag ging es nordwaerts mitten hinein (eigentlich daneben) in die wunderschoenen Reisterassen. Da die Terassen nun mal aeusserst selten alle auf der gleichen Ebene liegen, ging es staendig bergauf (na gut - ab und zu auch bergab) - auf jeden Fall relativ (mit dem kommenden) angenehm.

Zu Mittag hatte ich die Reisfelder im Norden von Ubud durch. Also entschloss ich mich, den Westen Ubuds zu erforschen.

Lasst mich einleitend die Geografie Balis erlaeutern:
1) Bali ist eine Insel - daher ist ueberall rundherum Meer. Irgendwie logisch.
2) Bali ist eine Vulkaninsel - daher sind in der Mitte Vulkane. Auch nachvollziehbar.
Da nun die Lava einst talwaerts floss, bildeten sich mehr oder weniger tiefe Schluchten - immer jeweils von den Bergen Richtung Meer. Auch die Strassen sind so ausgerichtet, dass ziemlich viele kerzengerade Strassen mehr oder weniger parallel (Nord-Sued) vom Meer Richtung Berge fuehren. Die Ost-West-Verbindungen sind dafuer beim Strassenbau etwas in Vergessenheit geraten, sodass es so gut wie keine Bruecken ueber die Schluchten gibt.


Nunja - mein Ziel (ein Affenwald) lag leider ziemlich auf gleicher Ost-West-Hoehe wie Ubud. Zuerst runter in den Sueden zur naechsten schoenen Ost-West-Verbindung, damit ich nachher wieder rauf in den Norden radeln muss? Nix da - das geht doch auch gleich. Also ging es los - immer wieder rauf und komischerweise immer weniger runter... So durchkaemte ich Tal fuer Tal. Doch ploetzlich fuehrte nichteinmal mehr eine Strasse durch das naechste Tal. Hmmm - mein Plan zeigte mir einen Fusspfad runter zu einem Fluss und auf der anderen Seite geht ein anderer Pfad wieder rauf. Komisch - eine Bruecke ist nicht eingezeichnet. Also nahm ich das Fahrrad huckepack und kletterte hinab in die Schlucht. Die Planzeichner waren ziemlich genau. Da gibt es keine Bruecke. Von einem Einheimischen eine seichte Stelle zeigen lassen und durch durch das knietiefe Wasser. Auf der anderen Seite ging es dann einfach wieder rauf - einfach? Nun ja, ich musste mit dem Fahrrad auf den Schultern jede einzelne Terasse (teilweise bis zu 1,5 m hoch) erklimmen...

Und der Lohn dieser Plagerei?
Ich habe ein drittes Bali kennengelernt. Ein Bali, wo sich keine Touristen hinverirren (ausser solche mit einem Fahrrad auf der Schulter). Die Menschen waschen und baden sich nackt in den Kanaelen der Reisfelder, das "Hello, Mister" feiert ein atemberaubendes Comeback, ueberall religioese Zeremonien und von der Landschaft brauch ich jetzt gar nicht anfangen zu schwaermen, da das Post eh schon zu lange geworden ist...

Am Ziel noch schnell den Affenwald angeschaut (Affen in einem Tempel, welcher wiederum in einem Wald steht - daher der Name), bevor es wieder zurueck ging. Diesmal allerdings fuer die Sued-bissi Ost-Nord-Variante entschieden. Und schwupps - brauchte ich komischerweise nur die halbe Zeit.

Das Fahrrad sofort gegen die Wand gelehnt (waren heute ca. 55 km) und eine kalte, erfrischende Dusche gegoennt.

Bis bald,
Basti!

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