Mittwoch, 11. Juli 2007

Yogyarta - oder einfach nur Jogja

Gestern ging es auf nach Java. Da mir ein australisches Paar, welche beide in Jakarta unterrichten, und die ich am Danau Maninjau kennengelernt habe, gesagt haben (grammatikalisch eigentlich: "hat", klingt aber komisch), dass Jakarta nichts kann und nur stinkt und schmutzig ist, ich besser auslassen soll und mich lieber auf den oestlicheren Teil Javas konzentrieren soll, und auch meine Reisefuehrer nichts anderes mir zu verstehen geben wollten, habe ich Jakarta daher gestern nur einen aeusserst kurzen Besuch abgestattet.

Obwohl nur eine Stunde geplant war, verbrachte ich dennoch 3 Stunden am Flughafen (hier noch nie puenktlich abgehoben). Aber moment - auf einmal sitze ich in einem Flugzeug einer anderen Fluggesellschaft. Schnell nachschauen auf der schlauen Liste unseres Aussenministeriums: alles roger - ich brauche nicht panisch schreiend das Flugzeug verlassen. Ausserdem ist mir aufgefallen, dass ich bisher ausnahmslos in allen Inlandsfluegen genau den Platz neben dem Notausgang bekommen habe; vielleicht schaue ich so stark aus (im Vergleich zu den kleinen Asiaten), um die Nottuer aufzubekommen oder aber die Fluglinien haben vor den hohen Schadenersatzforderungen meiner Hinterbliebenen Angst. Nachteil: der Platz hat kein Tischchen, Vorteil: viel Beinfreiheit, aber vorallem: ich fliege hier mit Billigairlines herum... ;-)

(Bild: Hauptplatz vor dem Sultanpalast) So bin ich dann gestern spaet Abends hier in Yogyarta (die Einheimischen nennen es kurz Jogja) angekommen und heute ging es auch gleich auf auf Entdeckungsreise. Zuerst ging es zum Sultanpalast (es gibt hier heute noch einen Sultan) und danach sogar ein Besuch in einem Museum.

Dann weiter zum Vogelmarkt. Dort werden auf engsten Raum hunderte von Voegel (Tauben bevorzugt, aber auch Eulen, Papageien, ...) verkauft; auch alles andere, was sich Tier nennt, wird zum Verkauf angeboten (neben fast schon faden Katzen, Hunden und Hasen auch diverse Schlangen, Froesche, Siebenschlaefer, Fledermaeuse, Flughunde, Echsen, Ameisen, Bienen, Wuermer, ...).

Danach weiter zum ehemaligen Wasserpalast des Sultans (Teile davon wurden beim Erdeben letztes Jahr erheblich beschaedigt). Von seinem Turm aus hat er seine Frauen beim Baden beobachtet und sich die passende fuer die kommende Nacht gleich ausgesucht...

(Bild: Jagja - im Hintergrund der gerade sehr aktive Vulkan Merapi, daher fuer Besteigungen leider zur Zeit gesperrt) Jagja ist nicht zu vergleichen mit Medan. Es gibt Mistkuebel!!! Jagja ist wirklich sauber und vorallem: es stinkt nicht (Hauptverkehrsmittel sind hier Fahrradrikschas). Weiss nicht, ob Jagja als Beispiel fuer ganz Java herzunehmen ist, aber wenn, dann ist man hier auf Java (zumindest theoretisch) auf Touristen eingestellt, auch wenn man westliche Touristen noch immer suchen muss und ich noch immer staendig auf das "Hello Mister" mit einem Laecheln antworten muss (das war gestern am Flughafen in Jakarta etwas anders; da ging gerade ein Flieger nach Bali weg...).

Bis bald,
Basti

PS: Wollte auch Photos vom Wasserpalast und Vogelmarkt online stellen, aber das Internet...

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