Also wieder einmal die imaginaere Lederjacke aus dem Koffer geholt und los ging die Fahrt. Diesmal soll der Osten der Insel dran glauben. Zuerst nach Semarapura, wo ein alter Koenigspalast am Programm stand.
Danach aber auf in die Natur. Mein Hoellengefaehrt raste (eigentlich cruiste) mit mir kurvige Strassen durch eine sagenhafte Landschaft (natuerlich voll mit Reisfelder) nach Sidemen. Da das Wetter fuer die Berge nicht wirklich mitspielte, entschloss ich ganz in den Osten zu fahren (Amlapura, Abang, Tulamben, Kubu). Auch sehr schoen und im Osten dann auch sehr heiss (im Osten ist es immer heiss).
Rechts das Meer (will wieder tauchen...) - links der Gunung (=Berg, wie wir ja bereits gelernt haben) Agung, mit 3142m (und das direkt vom Meeresspiegel weg) die hoechste "Erhebung" Balis (siehe Hintergrund des Bildes).Irgendwann beschloss ich dann wieder umzudrehen, da zwar meine Beine ruhig waren, diesmal aber mein Popsch zum meckern anfing (habe heute 220km am Tacho geschafft).
Bevor ich weiterschreibe, eins vorweg:
Konnte ich in Teilen von Sumatra und in Java Dank der Muezzins nicht laenger als bis um 5oo Uhr (dann wieder bis 7oo Uhr) schlafen, so sind es hier die vielen, vielen Haehne, die bereits ab 4oo Uhr um die Wette kraehen. Ueberall stehen Bambuskaefige mit den Haehnen herum, welche - die Balis sind wettverrueckt - in den Hahnenkaempfe aufeinander losgelassen werden. Da ich gehoert habe, dass auf Bali (im Gegensatz zu Java) die Kaempfe aeusserst brutal sind und mit dem Tod eines Hahns enden, habe ich beschlossen, nicht einen Einheimischen nach einen Hahnenkampftermin zu fragen - allein schon meiner Tierliebe wegen (obwohl interessant zu sehen es sicher waere).
Nun denn - kurz bevor ich wieder Ubud samt Touristen erreicht habe, entdecke ich in einem Tempel in Sukawati ein riessiges Menschengewuehl. Irgendwas wird da gefeiert. Draussen werden tote Enten gerupft, drinnen sind Maenner und viel Geschrei. Um meine Neugier zu stillen, entschloss ich, den Tempel zu betreten. Und was war da? Ich kann wirklich nichts dafuer - ich stand auf einmal mitten drin - in einem Hahnenkampf. Die Masse tobt, es wird wild geschrien, die Geldscheine wechseln ihren Besitzer.
Und es war, wie ich gehoert habe: auesserst brutal. Den Haehnen werden zusaetzlich Klingen an die Fuesse gebunden...Genug gesehen (heute wird sicher kein Huhn gegessen), begab ich mich dann blassweiss heimwaerts.
Bis bald,
Basti
PS: Die Ente (24h im Bananenblatt gegart) war gestern vorzueglich - und wurde hoffentlich "human" geschlachtet.
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