Montag, 23. Juli 2007

USAT Liberty

Gestern habe ich wohl mein groesstes Abenteuer hier erlebt. Ich habe - sicher vom Tiefseerausch benebelt - Fisch bestellt (gegrillten Marlin). Anscheinend war dieser Tiefseerausch besonders stark und langanhaltend, denn ich muss sagen, der war richtig gut - hat gar nicht typisch nach Fisch geschmeckt. Wer weiss, was ich mir heute bestelle...

Heute ging meine Tauchreise weiter - auf zum Schiffwrack der USAT Liberty. Einst der Stolz der amerikanischen Marine, jetzt Wohnort vieler, vieler Fische und noch mehr Korallen. Im zweiten Weltkrieg wurde das Schiff von einem Torpedo eines japanischen U-Bootes getroffen und konnte sich gerade noch ans Ufer von Bali retten. Als dann in den 60er Jahren der nahe Vulkan ausbrach, war es entgueltig aus mit diesem Wrack. Die Lava transportierte das Schiff ins offene Meer.

Naja - ganz so weit schaffte die Lava das nicht. Daher konnten wir uns vom Strand aus ihr annaehern. Mit voller Montur (inkl. Flasche und Bleigewichten) ging es ueber den groben vulkanschwarzen Kieselstrand durch hohe brechenden Wellen ins Wasser (war wirklich gar nicht so einfach).

Doch die Muehe hat sich wieder einmal ausgezahlt. Warum bin ich gestern nur so fahrlaessig mit den Superlativen umgegangen. Die braeuchte ich heute, doch befuerchte ich, dass keine mehr ueber sind.


Das ganze Schiffwrack (120m lang) ist vollbewachsen mit Korallen in diversen Formen und Farben, sodass es schwer ist, Details des Schiffes zu erkennen (konnte dennoch Kanonen usw. ausmachen). Man muss aufpassen, dass einem nicht die komischen Fische mit dieser seltsamen Nase (man kennt sie aus Schoenbrunn) gegen die Brille krachen (ca. 1m lang). Ausserdem war es ein einfaches, Nemo zu finden (ich habe ihn ca. 72x gefunden). Wieder viele, viele bunte Fische, auch viele neue, die ich hier noch nicht gesehen habe. Aber beschaemender Weise werden diese Fische schon sehr schnell alltaeglich und normal, dass man gar nicht mehr ueber die Vielfalt und Pracht staunt. Und dann auf einmal befanden wir uns mitten in einem Schwarm von Jackfischen (ca. 70cm grosse graue Fische mit riessigen Augen - angeblich lecker am Grill). Es waren hunderte von Fischen die im Kreis herumschwammen und wir eben mittendrin; da wird es richtig dunkel...

Der zweite Tauchgang ging dann an einer korallenbewachsenen Steilwand hinab. Diesmal als "neue" Fische u.a. den Lionfisch gesehen (siehe Bild).

Auch eine richtig fette Muraene ist uns ueber den Weg "gelaufen". Die war sicherlich 2 - 2,5 m lang.

Als wir wieder ausstiegen, kamen gerade die Tauchmassen (wirkliche Massen) aus den suedlicheren Touristenhochburgen - ich habe meine Tauchbasis genau richtig ausgewaehlt, um von zentraler Lage frueh genug bei den besten Divespots zu sein.

Noch 2 Runden im Pool (welches 3 Ebenen hat) gedreht und nun hungrig auf der Suche nach meinem naechsten Abenteuer...

Bis bald,
Basti

PS: Diesmal Kamera mitgenommen. Dank des Wassers sind nun alle Schmutzflecken vom Sensor gereinigt... Nee - natuerlich Bilder aus dem Internet hier reingestellt.
PPS: Da unter Wasser alles um ca. 33% groesser erscheint, tue ich mir mit Laengenangaben schwer. Meine Zahlen stammen daher von meinem Divemaster bzw. von einem schlauen Buch.

Erratum: Vom Schwefelrauch beeintraechtigt ist mir wohl der eine odere andere Fehler im "Ijen-Post" unterlaufen. Die 100 Traeger muessen "zum Glueck" nicht 14.000.000 kg Schwefelgestein zu Tale tragen. Es sind "lediglich" 14.000 Kilogramm. Auch keine kleine Summe, wenn man zudem bedenkt, dass dies taeglich geschieht.

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