(Bild: Kein Bunker, sondern Baustelle)Morgen verlasse ich Sumatra. Auf geht's nach Java. Fuer diesen Zweck bin ich schon heute angereist, um den Flug (wieder eine "relativ" sichere Airline) auf keinen Fall zu verpassen - ganz der Sohn seines Vaters halt. Das hat den Nachteil, dass ich eine Nacht in Medan, jene Stadt (falls Ihr Euch erinnert), die nur heiss und laut ist und ausserordentlich stinkt, verbringen muss. Ich werde mich mit ihr wohl nie anfreunden, noch dazu waren alle "besseren" Hotels ausgebucht und ich schlafe jetzt in einer ziemlichen Bruchbude. Ausserdem gab es wieder einmal einen Stromausfall (bis hierher bin ich schon einmal heute mit dem Schreiben gekommen).
Nun ja, das war dann Sumatra. Eine Insel voll Dschungel, netten Leuten, schoenen Landschaften und aber auch Armut.
Mein erster Eindruck war: Alles alt und kaputt, viel Laerm und Schmutz! Ja und nein!
Alles ist alt und heruntergekommen. Wo einst die (vorallem hollaendischen) Reisebusse in Massen halt machten, stehen heute leerstehende, schaebige Hotels, Souvenirlaeden ohne Kunden und Wechselstuben ohne Geld. Seit 1997 ist der Tourismus hier aprupt (durch die Unruhen in Jakarte) ausgestorben (wirklich ausgestorben). Als er sich anfing zu erholen, kamen dann 2005 die Bali-Bomben und der Tsunami. Heute erlebt der Tourismus schoen langsam wieder eine Neugeburt (ich trage auch einen gewaltigen Teil dazu bei). Dieses Land hatte also wirkliche Schicksalsschlaege in den letzten Jahren zu verkraften (damit meine ich jetzt nicht "meinen" Besuch hier!).
Viel Laerm: stimmt auch! So wurde ich in Bukittinggi jeden Tag in der Frueh um 1/2 5 (und dann nochmals um 7) von den unzaehligen Muezzins geweckt. Ausserdem gehoert es zur Praxis, dass bei jedem Ueberholmanoever (auch wenn man einen Fussgaenger ueberholt) gehupt wird (und wie gesagt, da die Leute hier einspurige Strassen zu vierspurige Autobahnen machen, wird viel ueberholt). Noch dazu sind die Fahrzeuge hier Baujahr Schnee und machen einen dementsprechenden Laerm (ein jeder duerfte sein Moped hier aufgemotzt haben).
Schmutz: Ja,ja und nochmals ja! Mistkuebel sind Mangelware (wirklich!). Und wenn einer mal herumsteht, ist mehr Muell drumherum als drinnen, da sie, wenn ueberhaupt, nur von Touristen benutzt werden (vielleicht gar nur von mir?). Es wird alles einfach ueberall fallen gelassen; Muell liegt links und rechts der Strassen und Wege herum, obwohl es hier 200 000 000 Muellverbrennungsanlagen gibt. Ein jeder einzelne Indonesier verbrennt naemlich Abends seinen Muell vor der Haustuer (neben Muell werden auch grosse Flaechen Acker- und Dschungelland taeglich verbrannt, was zu ziemlichen politischen Konflikten mit Malaysien gefuert hat, da man dort an manchen Tagen die Sonne vor lauter Rauch nicht mehr sehen kann).
Und das fuerht schon zum naechsten Problem. Es stinkt: einerseits von den ueberall brennenden Misthaufen, andererseits von den alten Autos und Mopeds (bleifreies Benzin? Haha!), aber auch Zigarettenrauch umgibt einen ueberall. Die Leute (vorallem Maenner zu fast 100%) sind hier starke Kettenraucher. Es wird immer und ueberall geraucht; selbst in den kleinsten Minibussen. Mich wundert es eh, dass ich noch nirgends ein Brandloch habe. Ihr duerft Euch andererseits nicht wundern, falls ich mit einer Raucherstimme zurueckkommen sollte (ich habe nicht angefangen zu rauchen, bloss vom Passivrauchen).
Daneben gibt es natuerlich auch das andere Sumatra. Voller Dschungel, huegeligen Landschaften, aktiven Vulkanen, grossen Vulkanseen...
Einfach unbeschreibbar. Diese Schoenheit macht die oben genannten unangenehmen Begleiterscheinungen wieder wett.
So, das war's von heute.
Bis vielleicht (morgen wird lange gereist, werde aber vorher noch versuchen, einige Photos online zu stellen ...vielleicht klappt es ja) bald,
Basti!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen