Freitag, 20. Juli 2007

Ijen

Schon die letzten beiden Posts gelesen?

Nun ja - geschlafen wir hier wohl nicht. Denn gestern ging es erneut um 4oo Uhr los. Und das, obwohl das Tagesprogramm nicht "Sonnenaufgang" hiess, sondern die Besteigung des Ijen-Kraters (2368m). Nach einem sehr steilen Fusspfad erreichten wir fuenf den Kraterrand, wo uns ein wirklich atemberaubender Blick in den Krater empfing. Im Krater befindet sich der truegend schoene tuerkisblaugruener (keine Ahnung, was fuer eine Farbe das war) Kratersee; der groesste Schwefelsee der Welt (Backgroundinfo stammt von 2 jungen Vulkanologen, die uns beim Abstieg entgegenkamen). Truegerisch schoen deshalb, da der See hoechst giftig ist. Es gibt hier kein Lebn.

Dennoch wird am Seeufer Schwefelgestein mit blosser Hand abgebaut und von Maennern in Lumpen ohne jeglichem Schutz aus dem Krater geschleppt (geklettert) und dann ins Tal getragen (kein Aute, kein Pferd, ....

Die vier Franzosen und ich bildeten eine Schaft. Eine Schaft? Klar - eine Seilschaft ohne Seil halt. Denn auch wir wollten runter in den Krater und der Weg war hier kein Weg mehr, sondern wirklich ein Kletterpfad; teilweise mitten in der Wand, teilweise ueber steilen rutschigen Schotter. Trotz schwerem Atemschutz (nasses Tuch vor Mund und Nase) mussten wir alle fuenf Minuten eine Pause einlegen und die Augen schliessen, da sich der Wind immer wieder drehte und uns mit aetzendem Schwefelrauch einnebelte. (Bild: Preisfrage: Wieviele Traeger befinden sich in der Wand?)

Einige Zahlen
14.000 Kilo Schwefelgestein werden taeglich abegtragen und ins Tal getragen
75 Kilo Gestein traegt ein Traeger jedesmal zuerst den steilen Krater empor, dann ins Tal runter (ich konnte so eine Tasche nicht einmal anheben)
50 Prozent des Wassers des Sees ist reines Schwefelwasser, der Rest ist Regenwasser
15 Jahre seines Lebens verliert ein Traeger aufgrund der giftigen Gase
15 Minuten kann man im See baden, bis der Schwefel die Haut vollkommen weggeaetzt hat
2 mal taeglich macht ein Traeger seine Tour
0,38 Cent (umgerechnet) erhaelt ein Traeger fuer jedes Kilo Gestein

Beeindruckt und betroffen ging unsere Tour dem Ende entgegen. Mit der Faehre setzten wir ueber nach, ja - nach Bali! Dort trennten sich unsere Wege, da meine Reiseplanung es so wollte, dass ich in den Sueden musste, die Franzosen blieben im Norden.

Und ich kann Euch schon jetzt sagen: die Einwohner Balis sind nicht groesser als jene Sumatras oder Javas... Nach vier quallvollen Stunden erreichte ich Sanur, eine Hotelhochburg im Sueden Balis. Hier hoere ich eher anstatt eines freundichen "Hello Mister!" ein "Hello Money!".

Heute habe ich den ganzen Tag hier am Strand liegend nichtstuend verbracht. Obwohl es hier von riessigen Hotelressorts nur so wimmelt, war ich fast alleine am Meer. Vielleicht liegt es daran, dass die Touristen die grossen Suesswasserpools bevorzugen. Jedenfalls habe ich den ganzen Tag so richtig nichts gemacht - herrlich.

Bali bekommt von mir eine zweite Chance. Morgen geht es bissi nordwaerts, wo ich mein heutiges Programm fortsetzten werde. Achja - richtig anstrengend...

Bis bald,
Basti

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